N°34 - Sharing
Wenn ein Kleidungsstück von Hand repariert wird, entscheidet das Auge, welcher Patch oder welche Technik sich an diesen einzigartigen Fehler anpassen lässt. Diese Fehler entstehen im Laufe des gelebten Lebens und sind kleine, ungeplante Symbole des Lebens, die sich durch Flecken oder Löcher zeigen. Jedes Stück wird im Sinne des „visible mending“ bearbeitet, wodurch die Spur des Handgriffs sichtbar wird. Diese Spur zeigt sich häufig durch Materialien, die durch Handarbeit hinzugefügt werden, wie Stoffreste oder gefundene Fäden. In diesem Sinne geht es bei dem Prozess darum, unsere Beziehung zu unserer Kleidung und zu den vorherrschenden Produktionspraktiken der Industrie zu reparieren.
Stoffreste werden durch ein Loch miteinander verflochten und von Hand entlang des Randes des Patches vernäht. Flecken werden mit einem Stück Stoff bedeckt und von Hand vernäht. Jede Technik ist einfach, aber zeitaufwendig, und zeigt, dass es keine richtige Art des Nähens gibt und dass die Kunst des Reparierens für alle da ist. Eine andere Perspektive auf diese Reparaturtechnik entsteht, wenn das Kleidungsstück auf links gewendet wird und das Gefühl der ungeplanten Flecken und Löcher vermittelt, die im Leben entstehen.
Die Stoffreste entstehen aus den Schnittabfällen unserer Produktion. Bei dieser Technik verwenden wir die Stoffreste als Besatz auf fehlerhaften Teilen und flechten sie um die Säume, um unregelmäßige, voluminöse Details zu schaffen, die die überlockten, wellenförmigen Abschlüsse einiger unserer T-Shirts auf übertriebene Weise widerspiegeln.



